Konzept ILS Passau
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Konzept ILS Passau

Die Integrierte Leitstelle Passau befindet sich am Fernsehturm in der Neuburger Straße und wird  vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung betrieben.


Das Einsatzgebiet dieser Leitstelle umfasst die Stadt und den Landkreis Passau sowie die Landkreise Freyung-Grafenau und Rottal-Inn. Alle Notrufe unter der Nummer „112“ laufen in der Integrierten Leitstelle zusammen. Speziell ausgebildete Mitarbeiter sorgen dafür, dass jeder Anrufer schnelle und qualifizierte Hilfe bekommt. Bei einem Brand, einem Unfall, einer akuten Erkrankung oder einer sonstigen Notsituation gibt es nun einen Ansprechpartner für alle Notlagen. Die Integrierte Leitstelle Passau betreut rund 500.000 Einwohner und wird jedes Jahr etwa 11.700 Einsätze der Feuerwehr, 27.300 Krankentransporte und 42.400 Notfalleinsätze im Rettungsdienst aufnehmen, disponieren, alarmieren und im Einsatzverlauf unterstützend begleiten.


Aufgaben und Organisation Integrierter Leitstellen (ILS)

Die ILS wird zu einem zentralen Instrument der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr im Leitstellenbereich. Notrufabfrage und Alarmierung für Rettungsdienst und Feuerwehr werden immer, unabhängig von der Schadenslage oder dem Schadensumfang, durch die ILS durchgeführt.


Wie bisher schon die Rettungsleitstellen und die Feuerwehreinsatzzentralen unterstützt die ILS Katastrophenschutzbehörden und die Führung im Katastrophenschutz.


Die Aufgaben der ILS konzentrieren sich auf die Kernbereiche Feuerwehr (abwehrender Brandschutz und technische Hilfeleistung) und Rettungsdienst (Notfallrettung, Krankentransport, Notarztdienst), die Alarmierung von örtlichen Einrichtungen organisierter Erster Hilfe (First Responder/ Helfer vor Ort) und die Funktion als Meldekopf der Sicherheitsbehörde / Katastrophenschutzbehörde in dringenden Fällen außerhalb der üblichen Dienstzeiten.


Die Disponenten der ILS haben Meldebilder zu erstellen, zu bewerten und in Dispositionen umzusetzen. Zu einem gemeldeten Ereignis werden die unter einsatztaktischen Gesichtspunkten notwendigen Einheiten, Personen, Stellen und Einsatzmittel bestimmt und - soweit tatsächlich verfügbar - dem Einsatz zugeordnet. Grundlage hierfür sind die von den zuständigen Stellen definierten Festlegungen in den allgemeinen und besonderen Alarmierungsplanungen.

Den Kreisverwaltungsbehörden, den Kreis- und Stadtbrandräten bleibt damit die maßgebliche fachliche Verantwortung für die Planung der Feuerwehralarmierung in ihrem Zuständigkeitsbereich ungeschmälert erhalten.


Die Einsatzleitung gehört nicht zu den Aufgaben der Integrierten Leitstelle. Die Integrierte Leitstelle hat die Einsatzleitung aber zu unterstützen.
Die ILS ist technisch und personell so auszustatten, dass sie neben der Notrufabfrage und Alarmierung auch die Begleitung und Unterstützung von Feuerwehreinsätzen leisten kann. Dies gilt sowohl für den alltäglichen Schadensfall, als gerade auch für großräumige Schadenslagen.


Kreiseinsatzzentralen (KEZ)
Es wird den Landkreisen und kreisfreien Gemeinden die Möglichkeit eröffnet, für ihr Gebiet Kreiseinsatzzentralen (KEZ) für Feuerwehren einzurichten, wenn sie für bestimmte Fälle die Einsatzunterstützung ortsnah organisieren wollen. Die Entscheidung über die Einrichtung und die Verteilung der Aufgabenunterstützung zwischen den Systembeteiligten soll in Abstimmung mit dem Aufgabenträger und dem Betreiber der ILS getroffen werden.


Personalverstärkung
Zur Bewältigung besonderer Lagen durch die ILS sind neben technischen Maßnahmen, wie z.B. die Einrichtung von Ausnahmeabfrageplätzen, organisatorische Vorkehrungen zur schnellen personellen Verstärkung unabdingbar.


Personalbedarf, Qualifikation und Ausbildung

Die Qualität, mit der eine ILS ihre Aufgabe als zentrales Instrument der nicht polizeilichen Gefahrenabwehr erfüllt, wird wesentlich durch die Qualifikation und die Fähigkeiten der Leitstellendisponenten geprägt. Diese haben bei Schadensereignissen die Aufgabe, auf der Basis der vorliegenden Informationen eine richtige Lagebeurteilung vorzunehmen, die notwendigen Einheiten, Personen, Stellen, Einsatzmittel zu alarmieren und soweit möglich Einsatzhinweise (Einsatzbegleitung, Einsatzunterstützung, Verhaltenshinweise an die Betroffenen) zu geben.


Dies erfordert gründliche Kenntnisse der Einsatztaktik und der Führungslehre sowie ausreichende praktische Erfahrungen im Umfeld von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.