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Historischer Rückblick Rettungsleitstelle Passau

Erste Leitstelle
Neue Leitstelle

Es begann alles mit dem neugeschaffenen Bayerischen Rettungsdienstgesetz von 1974: 26 Rettungsdienstbereiche wurden festgelegt, darunter auch der Bereich 208 mit Sitz einer Rettungsleitstelle in Passau. Das BRK-Präsidium als Betreiber aller Rettungs-Leitstellen in Bayern beauftragte den BRK-Kreisverband Passau, Räumlichkeiten für die Unterbringung einer Leitstelle in Passau zu schaffen.  Bayern war damals das erste Bundesland in der alten Bundesrepublik Deutschland, das ein Rettungsdienstgesetz schuf. Erst später zogen weitere Bundesländer mit eigenen Rettungsdienst-Gesetzen nach. Am 19. November 1977 war es auch in Passau so weit: Die neue Rettungsleitstelle als Einsatzzentrale für Notfallrettung und Krankentransport nahm als zehnte Leitstelle in Bayern ihren Betrieb auf.

Technische Ausstattung damals:
Ursprünglich wurden in der Rettungsleitstelle Passau vier Arbeitstische installiert.
Zwei Tische dienten ausschließlich der Telefonabfrage, zwei Tische waren zum Funken und auch zum Telefonieren zu verwenden. Standleitungen sorgten für eine schnelle Telefonverbindung zwischen der Leitstelle und den angeschlossenen Rettungswachen. Zudem wurden die Rettungswachen und alle Fahrzeuge mit Funkmeldeempfängern ausgerüstet und waren somit jederzeit erreichbar.
Ebenfalls über Standleitungen waren die Krankenhäuser und Polizeiinspektionen mit der Leitstelle verbunden.
Ein System, das sich über Jahre bewährt hat, wenngleich auch hier im Laufe der Zeit einiges modernisiert wurde.

Zuständigkeit der Rettungsleitstelle
Rettungsdienstbereich:   

Stadt Passau
Landkreis Passau
Landkreis Rottal-Inn
Landkreis Freyung-Grafenau

Mitarbeiter der ersten Stunde
Hermann Holzinger
Josef Parzer
Karlheinz Hartmann
Gerhard Huber
Otto Mayer
Josef Praml
Ludwig Schurm

Zum 01.03.1979 erhielt die Rettungsleitstelle Passau von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) den Auftrag, die Vermittlung des ärztlichen Notfalldienstes für den Bereich Stadt und Landkreis Passau zu übernehmen.

Ab 01.10.1981 lief auch die Vermittlung des ärztlichen Notfalldienstes für den Landkreis Rottal-Inn über die Rettungsleitstelle Passau.
Letztendlich übernahm die Rettungsleitstelle Passau am 03.01.1983 auch die Vermittlung des ärztlichen Notfalldienstes für den Landkreis Freyung-Grafenau.
Dies hatte zur Folge, dass das Personal von anfänglich 7 Mitarbeitern bis Anfang Januar 1983 auf 11 Mitarbeiter erhöht wurde.
Aufgrund der Übertragung des ärztlichen Notfalldienstes an die Rettungsleitstelle Passau für drei Landkreise stiegen die Einsatzzahlen enorm an. Auch die Einsatzzahlen im Rettungsdienst steigerten sich jährlich.

Gesamteinsätze im Jahr 1983:      59393 Einsätze
Gesamteinsätze im Jahr 1987:      69446 Einsätze
Gesamteinsätze im Jahr 1993:    105124 Einsätze

Im Jahre 1994 stand deshalb für die Leitstelle die erste große Veränderung an. Da die Technik veraltet und die Räume zu klein waren, sah sich das BRK-Präsidium gezwungen, neue Räumlichkeiten zu suchen. Der BRK-Kreisverband Passau überbaute daraufhin den Garagentrakt und schuf so im ersten Stock den erforderlichen Platz für die neue Rettungsleitstelle.

Busunfall A3
Busunfall A3
25-jähriges Jubiläum

Endlich, nach über einem Jahr Bauzeit ging die neue Rettungsleitstelle Passau am 06.03.1995 in Betrieb. Viel Zeit zur Eingewöhnung blieb nicht, denn alle Mitarbeiter mussten Zug um Zug für die Arbeit am Computer geschult werden.
Am 15.11.1996 startete die Rettungsleitstelle Passau mit dem neuen Computerprogramm „ARLIS" im Realbetrieb.
Ausgestattet mit 7 Tischen (davon 3 Funktische) wurden nun alle Rettungsdiensteinsätze und Krankentransporte per EDV abgearbeitet.
Eine echte Herausforderung an alle Mitarbeiter, denn die Einsatzzahlen im Jahre 1996 beliefen sich mittlerweile auf 121.562 Gesamteinsätze.

Am 01.07.1999 erfolgte dann auch die ärztliche Vermittlung über EDV. Die Anzahl der Mitarbeiter hatte sich mittlerweile auf 40 Personen (davon 15 Nebenamtliche) erhöht.

Am 02.03.2000 meisterten die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle ihre erste harte Bewährungsprobe Auf der A3 zwischen Passau und Pocking verunglückte ein vollbesetzter Reisebus. Insgesamt wurden 60 Menschen zum Teil schwer verletzt und in die umliegenden Krankenhäuser transportiert.

Am 22.11.2002 feierte die Rettungsleitstelle Passau ihr 25-jähriges Bestehen.
Zu diesem Festakt kamen geladene Gäste aus Politik, Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei.

Im Juli 2002 erließ der Bayerische Landtag ein Gesetz, wonach künftig Feuerwehr und Rettungsdienst unter einer gemeinsamen Rufnummer erreicht werden sollen.
Das war die Geburtsstunde der Integrierten Leitstellen in Bayern mit der gemeinsamen Notrufnummer 112.

Deshalb wurde in einer Verbandsversammlung am 06.10.2008 mehrheitlich beschlossen, dass der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Passau die Errichtung und den Betrieb der künftigen ILS Passau übernimmt.

Bautafel
Spatenstich
Grundsteinlegung
Mitarbeiter bei Datenerfassung
ILS Passau
Einsatzleitraum

Im Jahr 2009 fiel dann die Entscheidung, die Integrierte Leitstelle am Standort Passau zu errichten.

  • Übernahme der Mitarbeiter der Rettungsleitstelle vom BRK-Präsidium in den Zweckverband Passau am 01.01.2010
  • Am 28.05.2010 erfolgte der Spatenstich für die Integrierte Leitstelle Passau
  • Am 23.07.2010 erfolgte die Grundsteinlegung für die Integrierte Leitstelle Passau.

Nun hieß es einen straffen Zeitplan einzuhalten, der für die nächsten 2 Jahre aufgestellt wurde.

Nach dem Spatenstich im April 2010 wurde die eigentliche Baumaßnahme bis zum Dezember 2010 abgeschlossen. Zeitgleich wurde die Alarmierungsplanung vorbereitet und durchgeführt. Die Datenerfassung erfolgte zentral in der Rettungsleitstelle. Einige Mitarbeiter der Rettungsleitstelle und der Feuerwehr-Alarmzentrale Passau wurden für diese Aufgabe freigestellt und durch Ersatzpersonal vertreten. Ab Januar 2011 begann der Einbau der Technik. Zeitgleich absolvierte ein Großteil der Mitarbeiter die fachliche Fortbildung Feuerwehrmodul 1 und Feuerwehrmodul 2.

Anfang 2011 berichtete der Geschäftsführer des ZRF, dass man mit dem Aufbau der ILS voll im Zeitplan liege.

Am 29.03.2012 war es endlich soweit. Die Integrierte Leitstelle Passau übernimmt nunmehr die komplette Erstalarmierung des Rettungsdienstes für die Stadt und Landkreis Passau und für die Landkreise Rottal-Inn und Freyung-Grafenau.
Ebenfalls erfolgte die Um-Routung der Notrufnummer 112 für den Landkreis Rottal-Inn.

Die Um-Routung der Notrufnummer 112 für die Stadt und Landkreis Passau und für den Landkreis Freyung-Grafenau erfolgte am 31.05.2012

Somit ist die ILS Passau nun zuständig für die Erstalarmierung sämtlicher 387 Feuerwehen der drei Landkreise.

Der ZRF Passau hat im April 2014 beschlossen, die Taktisch Technische Betriebsstelle für den Digitalfunk  im Gebäude der ILS Passau zu installieren und seine Satzung entsprechend geändert.

 

Von Oktober 2014 bis Mai 2015 wurde für die Summe von rund 620.000 Euro eine Aufstockung des Gebäudes vorgenommen und die entsprechende funktechnische Ausstattung bereitgestellt.

 

Die neue Abteilung wurde organisatorisch bei der ILS Passau implementiert, sie wird personell von einem Leiter TTB und einem Sachbearbeiter TTB  betreut.