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19.02.2014 09:04 Alter: 8 yrs

Telefonischer Reanimationsdienst im Test

Ein neues System zur Reanimation von Herzstillstand-Patienten über das Telefon ist jetzt auch in Passau erfolgreich getestet worden. Das System kam bereits in 18 Fällen zum Einsatz zwei Menschen rettete es das Leben.


Bereits in wenigen Wochen sollen alle Integrierten Leitstellen in Bayern über den Notruf 112 telefonische Hilfestellung geben können, wenn ein Mensch eine rettende Herzdruck-Massage benötigt. Seit dem Start des Projektes in der Integrierten Leitstelle in Passau wurden bereits 18 Mal Anrufer angeleitet, wie sie bei diesem Notfall selbst helfen können, bis der Notarzt eintrifft.

 

Schnelle Hilfe rettet Leben

Nach wissenschaftlichen Auswertungen ist erwiesen, dass die Überlebenschancen bei Herzstillstand in jeder Minute in der ein Patient nur unbehandelt am Boden liegt, um 10 Prozent sinken. In mindestens zwei Fällen seit Anfang November letzten Jahres, halfen die telefonischen Anweisungen der ausgebildeten Rettungssanitäter bereits, das Leben von Patienten zu retten. Jeder einzelne Fall, in dem die Telefon-Reanimation durchgeführt wird, wird von den Integrierten Leitstellen weiterverfolgt, um die Wirksamkeit zu überprüfen und zu belegen.

 

Bayern ist Vorreiter

Bayern ist das erste Bundesland, dass diese Art der telefonischen Hilfe bei Herzstillstand flächendeckend einführt. Damit ist Bayern sogar Vorreiter in ganz Europa. Viele Menschen haben Sorgen, etwas bei der Wiederbelebung falsch zu machen, sagt der Ärztliche Leiter der Integrierten Leitstelle 112 in Passau, Andreas Baumann. Diese Sorge sei aber völlig unbegründet: Selbst eine schlecht oder falsch durchgeführte Herzdruckmassage sei immer noch besser, als gar keine Behandlung.

In den meisten Fällen würden die Überlebenschancen von Patienten massiv erhöht, auch wenn ein Laie nach spätestens zwei bis drei Minuten mit Reanimationsmassnahmen beginnt.

 

Quelle: Bayerischer Rundfunk