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24.10.2012 12:06 Alter: 10 yrs

Offizielle Einweihung der ILS

Sie ist zwar schon seit Anfang Juni im Vollbetrieb, doch ohne feierliche Inbetriebnahme und vor allem kirchlichen Segen ? und das geht gar nicht. Vor mehr als 200 Gästen ist gestern Nachmittag die Integrierte Leitstelle Passau als 22. von 26 derartigen Einsatzzentralen in Bayern eingeweiht worden.


Sie ist zwar schon seit Anfang Juni im Vollbetrieb, doch ohne feierliche Inbetriebnahme und vor allem kirchlichen Segen ? und das geht gar nicht. Vor mehr als 200 Gästen ist gestern Nachmittag die Integrierte Leitstelle Passau als 22. von 26 derartigen Einsatzzentralen in Bayern eingeweiht worden.

 

Die Bedeutung der kurz ILS genannten Leitstelle erschließt sich am besten an Hand diverser Kennziffern. So alarmieren die 27 Mitarbeiter in dem für neuen Gebäude in der Neuburger Straße alle Feuerwehren, Rettungsdienste, Notärzte, THW-Einheiten, Wasserwachten und sonstige Ersthelfer in drei Landkreisen (Passau, Freyung-Grafenau, Rottal-Inn) sowie in der Stadt Passau. Einschließlich Urlauber hängen Leben und Gesundheit einer halben Million Menschen in diesem riesigen Gebiet vom Funktionieren der Notrufzentrale ab.

 

Bislang betrieb jeder Landkreis eine eigene Alarm- und Einsatzzentrale für die Feuerwehren, dazu das Rote Kreuz Leitstellen für die Rettungsdienste. Stück für Stück werden diese Einrichtungen konzentriert in Integrierten Leitstellen, der Freistaat fördert diese Entwicklung mit 70 Millionen Euro.

 

Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) nannte die gestrige Einweihung, die aus Kapazitätsgründen in der benachbarten Berufsschule stattfand, "einen Meilenstein auf dem Weg zu einer einheitlichen Notrufnummer" nicht nur in Bayern, sondern in ganz Europa. In Passau habe man die "sensible Aufgabe, den Übergang von Alarm- und Einsatzzentralen und Rettungsdienst-Leitstellen zu leisten" ausgezeichnet hinbekommen. Dass Passau als eine der letzten Regionen Bayerns eine ILS erhalte, seine keine Benachteiligung, sondern ein kluger Schachzug. "So konnten Sie aus den Erfahrungen der anderen lernen."

 

Da scheint etwas dran zu sein, denn die Verantwortlichen im Zweckverband (Oberbürgermeister und drei Landräte) betonten unisono, wie reibungslos der Betrieb seit Juni funktioniere. Mittlerweile würden täglich im Durchschnitt 500 Notrufe entgegengenommen und weitergeleitet ? ohne Probleme. OB Jürgen Dupper rief zudem die schnelle Realisierung in Erinnerung. "Zwischen Spatenstich und der heutigen Einweihung sind lediglich 25 Monate vergangen." Passaus Landrat Franz Meyer erinnerte daran, dass die Sicherheit der Bürger oberste Aufgabe der Öffentlichen Hand und von daher kein Aufwand zu hoch sei. Sein Kollege Michael Fahmüller (Rottal-Inn) sprach die enorme Bedeutung "der ersten Minuten von Menschen in Not" an und sagte: "Wir dürfen nie vergessen: Da ist immer ein Mensch in Not am anderen Ende der Leitung." Und Vize-Landrat Helmut Behringer (Freyung-Grafenau) lobte: "Nach vier Monaten Vollbetrieb darf man sagen: Alle unsere Ziele wurden erreicht."

 

Nach der symbolischen Schlüsselübergabe durch die Architekten-Gemeinschaft hatte die Geistlichkeit das Wort. Pfarrerin Ulrike Häberlein, der evangelische Diakon Michael Groß sowie Feuerwehrpfarrer Gotthard Weiß spendeten den kirchlichen Segen und baten um göttlichen Beistand für die ILS-Mitarbeiter. Weiß segnete im Anschluss im kleineren Kreis die Einsatzzentrale und übergab ein Kreuz sowie einen Feuerwehrwimpel als persönliche Geschenke. Auch das Weihwasser, das der katholische Geistliche im Anschluss verspritzte, hatte hohe Symbolkraft. "Ich habe es für solche Zwecke aus dem Florians-Brunnen in Österreich geschöpft."


Quelle: PNP