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20.12.2016 11:00 Alter: 5 yrs

„2016 haben wir gesehen, was Sie drauf haben“

Gute Arbeit haben bei den vielen Überschwemmungen im Sommer dieses Jahres Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle (ILS) Passau geleistet. OB Jürgen Dupper, Vorsitzender des Zweckverbands, lobte in der gestrigen Verbandsversammlung das Team, das zuständig ist für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung in Stadt und Landkreis Passau sowie den Landkreisen Freyung-Grafenau und Rottal-Inn. „Wir haben 2016 gesehen, was Sie drauf haben.


“Dupper dankte nach diesem „unfreiwillig spannenden Jahr“ den Kollegen rund um ILS und Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) für den Einsatz bei der Koordination der Einsätze. Die Kompetenz und das Engagement aller Kräfte habe sich unter anderem bei den Katastrophen oder auch nach dem Fund der Fliegerbombe in Passau gezeigt, als innerhalb von zweieinhalb Stunde nein stark frequentierter Stadtteil evakuiert war. 

 

Aufgerüstet hat der Zweckverband dieses Jahr bei der technischen Ausstattung der Einsatzkräfte und Disponenten. Geschäftsleiter Werner Mayer berichtete über das abgeschlossene Projekt „Digitalfunk“. 384 Feuerwehren in 84 Gemeinden im Rettungsdienstbereich, Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Technisches Hilfswerk, DLRG, Bergwacht und Wasserwacht wurden umgestellt von Analog- auf Tetra- Digitalfunk. 3750 Geräte hätten allein die Feuerwehren bekommen. Eine eigens eingerichtet Taktisch- Technische Betriebsstelle (TTB) hat diese aufbereitet. Knapp 6000 Einsatzkräfte wurden in Standortschulungen unterrichtet. Die Umstellung hat etwa 921 000 Euro gekostet. Die Gemeinden mussten rund zwei Millionen Euro für die Geräte aufbringen, der Freistaat bezuschusst die Investition mit 80 Prozent. 

 

Doch mit dem Auf- und Nachrüsten geht es auch in Zukunft weiter. Geschäftsführer Bernhard Wagmann erläuterte in der Versammlung die Einnahmen und Ausgaben. Die Soft- und Hardware muss auch im laufenden Haushaltsjahr auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Investition ist der größte Posten im Etat 2016, der im Vermögenshaushalt mit rund 1,9 Millionen Euro und im Verwaltungshaushalt mit 4,4 Millionen Euro abschließt. Die Umlage richtet sich nach den Einwohnerzahlen. Die Stadt Passau etwa zahlt rund 222 000 Euro, der Landkreis Passau den größten Posten mit 816 000 Euro. Freyung- Grafenau zahlt 341 000 Euro und Rottal-Inn 517 000 Euro. 

 

Insgesamt versorgt der Zweckverband eine Region mit rund 431 000 Einwohnern und dazu, so Mayer gegenüber der Passauer Neuen Presse, die Touristen im Bayerischen Wald und die Kurgäste im Bäderdreieck. 28 Vollzeit- Disponenten und 28 Teilzeitkräfte in der ILS koordinieren die rund 220 000 Anrufe im Jahr. 

 

Vorgestellt hat sich in der gestrigen Sitzung der künftige Bezirksbeauftragte Ärztliche Leiter Rettungsdienst für den Regierungsbezirk Niederbayern, Dr. Stefan Nickl. Der Anästhesist ist im Landkreis Kelheim zuhause. Da sein Vater aus Hengersberg kommt, kennt er die nord- und östlichere Ecke Niederbayerns.

 

Die Ärztlichen Leiter Rettungsdienst tragen die Verantwortung für das medizinische Qualitätsmanagement im Rettungsdienst. Dr. Nickl arbeitet mit seinen Kollegen für die Rettungsdienstbereiche Passau, Straubing und Landshut sowie mit sieben Kollegen aus allen Bezirken in Bayern (zwei aus Oberbayern) zusammen. - sah

 

Quelle: Passauer Neue Presse Ausgabe A vom 16.12.2016