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26.11.2018 14:38 Alter: 20 days

Rückenwind für den Nacht-Hubschrauber

Rettungs-Helikopter soll auch bei Dunkelheit fliegen dürfen – Zweckverband will Druck machen im bayerischen und österreichischen Zweckverband.


Von Franz Danninger Christophorus Europa 3 darf bislang nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fliegen, nachts nicht. Der RettungsZweckverband will den politischen Druck erhöhen, dass sich die Einsatzzeiten des Helikopters erhöhen. Das bekräftigten gestern in der Verbandsversammlung unisono die beiden Vorsitzenden, OB Jürgen Dupper und sein Stellvertreter, Landrat Franz Meyer.

 

Der bekam Applaus aus der großen Runde für seine Feststellung: „Unsere Leute haben den gleichen Anspruch auf schnelle Rettung wie in den Ballungsräumen.“ Meyer bezog sich dabei darauf, dass dieRettungshubschrauberin München und anderen Großstädten sehr wohl nachts fliegen dürfen. Der Landrat sieht hier die „große Politik“ gefordert. Es sei Aufgabe des bayerischen Innenministeriums, mit dem österreichischen Innenministerium zu einer Einigung zu kommen, an deren Ende steht: Christophorus Europa 3 kann Tag und Nacht fliegen.

 

Der Rettungshubschrauber ist in Suben (OÖ) bei Schärding stationiert und kann aus Deutschland und Österreich angefordert werden. Es laufen bereits Bemühungen, die Genehmigung für Nachtflüge mit Hilfe von Nachtsichtgeräten zu erhalten. Das bayerische Innenministerium habe bereits darauf verwiesen, dass Wien zuständig sei, berichtete Zweckverbands-Geschäftsführer Dieter Schlegl. Aus Österreich liege noch keine Aussage vor, ob das Innenministerium die Betriebserlaubnis über den Bereich „Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang“ erweitern wolle. OB Dupper zeigte wenig Verständnis für Kompetenzschiebereien: „Wichtig ist, dass der Hubschrauber in der Nacht fliegt!“

 

Viel Erfahrung mit dem (Nicht)- Zusammenspiel deutscher und österreichischer Behörden hat Josef Schifferer als Bürgermeister der Grenzgemeinde Neuhaus/Inn. Er schlug gestern vor, betroffene Bürgermeister und Bezirkshauptleute in Oberösterreich mit ins Boot zu nehmen, insbesondere aus dem Inn- und dem Mühlviertel. Wenn auch aus den eigenen Reihen Druck komme, dann gewinne das mehr Eindruck in Wien als wenn nur bayerische Vertreter die Nachtflüge fordern. Allgemeiner Beifall.

 

Den erntete auch der Chef der Integrierten Leitstelle (ILS), Sebastian Fehrenbach, der den rund 40 Versammlungsteilnehmern das Modulare Warnsystem (MoWaS) vorstellte. Es löst das Sirenennetz des Zivilschutzes ab, das nach dem Ende des Kalten Kriegs weitgehend abgebaut wurde.

 

Seitdem gebe es kein bundesweites Warnsystem mit Weckeffekt mehr, dasBürger auf Gefahrenbei Zivilschutzlagen (Chemieunfälle, Reaktorkatastrophen etc.) aufmerksammache.MoWaS funktioniert über Radio- und Fernsehsender, über Sirenen und Handys.

 

Einzelalarm schlägt eine Brandmeldeanlage. 1,2-mal am Tag meldet eine der 464 Anlagen, die in der Integrierten Leitstelle zusammenlaufen, dort einen Alarm. Tendenz steigend. ILSChef Fehrenbach dröselte die Auslösungen auf in vier Bereiche: Echter Alarm, blinder, böswilliger und Täuschungs-Alarm. „Über 90 Prozent entfallen auf 2 bis 4“, resümierte Dupper.

 

Der konnte Einstimmigkeit feststellen bei drei neuen Einrichtungen: Zwei Unterstützungsgruppen des Rettungsdiensts werden neu eingerichtet, eine in Riedlhütte und eine in Spiegelau (beide im Lkr. Freyung-Grafenau). Und der Bereich Schöfweg (auch Lkr. Freyung-Grafenau) erhält eine Bergrettungswache.

 

 

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